Gesunde Ernährung ist nicht leicht
Was ist gesund? Steht doch auf dem Etikett, oder nicht?
Was kann man eigentlich noch essen? Ein Skandal jagt den nächsten. Gespritzt ist ohnehin alles, Tiere werden mit Antibiotika gefüttert und es gibt nur noch eine handvoll Dinge die nicht krebserregend sind. Das mag überspitzt sein, aber es bringt uns dem Kern der Sache doch näher. Im Zeitalter von Vogelgrippe und Rinderwahnsinn weiß doch niemand mehr so recht was er denn noch unbedenklich essen kann. Man sollte meinen, die Etikettierungen der Produkte würden Aufschluss über deren Inhaltsstoffe geben.
Weit gefehlt, irreführende Kennzeichnungsvorschriften für Lebensmittel sind Standard. Politik, Industrie sowie Verbraucherschützer streiten darum wie die
Kennzeichnung aussehen soll. Der Industrie dienen die verschleiernden “Informationen” natürlich. Erkennt man nicht direkt, ob man gesundes oder ungesundes einkauft, kann der Absatz der ungesunden Produkte auch nicht fallen. Gerade bildungsferne Schichten fallen derartigen Verschleierungstaktiken zum Opfer. Laut einem Spiegel Artikel von 2008 sind mehr als die Hälfte der Deutschen übergewichtig und ganze 20 Prozent fettleibig. Fehlt die entsprechende Produktkennzeichnung wird dieser besorgniserregende Trend anhalten.
Die Autorin Karen Duve hat sich in ihrem Buch “Anständig essen” mit dem Thema der gesunden Ernährung auseinandergesetzt, dabei steht “anständig” für ein moralisches Konzept. Im Selbstversuch hat sie bewußt auf Cola Light und Naschereien wie Lakritz verzichtet und hohe moralische Ansprüche an sich selbst gestellt, indem sie auch der Fleischindustrie einen Kunden weniger bescherte. Die Art und Weise wie Tiere geschlachtet werden sorgt seit einiger Zeit im deutschen Fernsehen für Aufsehen, ob sich dadurch was ändern wird ist schwer zu sagen. Aber eine bewußtere Ernährung und humanere Schlachtmethoden wären sicherlich wünschenswerte Neuerungen.




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